DIE GREEN CARD und ihre BEDEUTUNG

Geschichte,  Rechte und Pflichten


A Geschichte

Was heutzutage unter „Green Card" verstanden wird, hatte in der Vergangenheit verschiedene Formate und Farben. Die Bedeutung der Green Card war und ist, daß sie dem Inhaber das Recht zum dauernden Aufenthalt und zur Aufnahme einer Arbeit in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt.

Alien Registration Act von 1940

Dieses Gesetz verlangte erstmals –sozusagen als eine Verteidigungsmaßnahme- daß sich alle „aliens" (Nicht-US-Bürger) bei der Bundesregierung registrieren lassen mußten. Diese Registrierung konnte bei jedem Postamt durchgeführt werden, von dem die Papiere an den Immigration and Naturalization Service (Einwanderungsbehörde, „INS") zur Bearbeitung weitergeleitet wurden. Der Einreicher erhielt per Post eine Bestätigung seiner Registrierung (Form AR-3). Das Gesetz unterschied nicht zwischen legalem und illegalem Aufenthalt, jeder Nichtbürger mußte sich registrieren lassen und jeder erhielt die erforderliche Bestätigung.

Die erste Green Card

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, als die Zahl der Einwanderungswilligen wieder stark anstieg, wurde die Registrierung auf Postämtern abgeschafft und statt dessen als Teil der Einreiseformalitäten an der Grenze eingeführt. Die INS stellte verschiedene Dokumente aus, welche als Registrationsbestätigung dienten. So erhielten Besucher einen anderen Typ Bestätigung als ausländische Arbeiter, und Personen mit legalem Daueraufenthaltsrecht erhielten das Formblatt I-151, welches in grüner Farbe war und zum zeitlich unbegrenzten Aufenthalt berechtigte.

Gesetz zur inneren Sicherheit, 1950

Im Rahmen des Gesetzes zur inneren Sicherheit erließ die INS neue Richtlinien, die das Formular I-151 noch wertvoller machten. Das Gesetz trat im April 1951 in Kraft und beinhaltete, daß das Formblatt AR-3 durch das Formblatt I-151 (Green Card) ersetzt werden konnte, wenn der Antragsteller nachwies, daß sein Status legal war. Wer seine gesetzmäßige Einreise nicht nachweisen konnte, konnte wegen Verletzung von US Einwanderungsrecht belangt werden.

Im Ergebnis bedeutete das Formblatt I-151 für seinen Inhaber einen gewissen Grad von Sicherheit, denn es dokumentierte das Recht zum dauernden Aufenthalt und zur Arbeitsaufnahme und war gegenüber Behörden ein direkter Nachweis. Wegen des komplizierten Namens –Alien Registration Receipt Card- wurde bald nur noch von Green Card gesprochen.

Farbänderung

Nachdem sich die Vorteile der Green Card herumgesprochen hatten, wurden bald Fälschungen der Green Card zu einem immer größeren Problem. So wurde zwischen 1952 bis zur kompletten Revision 1977 das Formblatt I-151 nicht weniger als 17 mal geändert, auch in der Farbe: 1964 wurde das grüne Formblatt hellblau, danach dunkelblau. Der Name Green Card jedoch blieb.

Mitte der Siebziger Jahre ging die INS dazu über, neue, fälschungssichere, Materialien zu verwenden und die Karte maschinenlesbar zu machen. Die Karte wird seit 1977 auch zentral in Texas hergestellt. Die neue Karte erhielt die Nummer Formblattnummer I-551.

Der Immigration Reform and Control Act (IRCA) von 1986

Das Gesetz zur Reform der Einwanderungsüberwachung auferlegte Arbeitgebern erstmals die Verpflichtung, die Papiere ihrer Angestellte zu überprüfen. Die vielen unterschiedlichen Varianten der Daueraufenthaltsgenehmigung machten dieses Unterfangen jedoch schwierig. Um hier Erleichterungen für die Arbeitgeber zu schaffen und auch um die Fälschungssicherheit zu erhöhen, wurde 1989 eine neue Kartenversion geschaffen. Diesmal wurde die Karte rosa (pink).

Um weiteren Urkundsmißbrauch zu erschweren wurden im März 1996 alle vor 1979 ausgestellten I-151 Karten für ungültig erklärt. Dennoch wurde die Herstellungstechnologie von 1989 schnell von Fälschern erreicht.

Hochtechnologiekarten – die Karte wird wieder grün

Im April 1998 wurde die neue Green Card erstmals vorgestellt. Sie stellt einen qualitativen Quantensprung dar. Obwohl die Kartennummer (I-551) gleich bleibt, erhält sie viele Sicherheitsmerkmale, die erweiterbar sind, um der Fälschung immer einen Schritt voraus zu bleiben. Auch wird die Bezeichnung von „Alien Registration Receipt Card" in „Permanent Resident Card" geändert.

Bereits die sichtbaren Merkmale der Karte machen es einfacher, ihre Originalität zu verifizieren. Die Karte hat aber auch viele unsichtbare Sicherheitsmerkmale, die insbesondere für die INS gedacht sind.

Im Gegensatz zur alten laminierten Karte handelt es sich jetzt um eine einer Kreditkarte vergleichbare Karte, deren integrale Bestandteile eine digitale Photographie und ein Fingerabdruck sind. Sie weist ein Hologramm der Freiheitsstatue, die Buchstaben USA, einen Umriß der Vereinigten Staaten und ein INS Siegel auf.

Auf der Rückseite ist ein optischer Lesestreifen, vergleichbar einer CD-Oberfläche, der unauslöschlich und unveränderbar den digitalisierten Inhalt der Vorderseite beinhaltet, einschließlich von Photographie, Name, Fingerabdruck, Geburtsdatum und Unterschrift des Inhabers sowie der Registrierungsnummer. Dieser Inhalt ist nur von den Scannern der INS zu lesen.


Diese Karte wird derzeit an zwei Standorten produziert (Vermont, Californien) , drei weitere sollen folgen (Nebraska und zwei in Kentucky). Dabei wird in einem Herstellungsprozess die Karte einschließlich des gesamten Versandpaketes produziert, was die Sicherheit des Prozesses erhöht und die Fertigungszeit reduziert. Die Herstellungskosten belaufen sich insgesamt auf ca. 10 US$.

Die ersten 50.000 Karten wurden bereits ab April 98 versandt, die Karten der derzeit ca. 10 Millionen Karteninhaber werden sukzessive anläßlich deren nach 10 Jahren fälliger Verlängerung ausgetauscht (Kosten für den Karteninhaber derzeit US$ 75.-)

Nach demselben Prozeß sollen später auch andere Dokumente, zum Beispiel die Karte für ausländische Studenten, hergestellt werden.


B Rechte und Pflichten

 

Rechtlich erhält der Antragsteller den Status eines zum Daueraufenthalt berechtigten Ausländers mit Eintragung des entsprechenden Vermerkes im Paß. Physisch wird die Green Card (GC) aufgrund des Herstellungsprozesses erst ca. 2 bis 5 Monate später übersandt.

 

1 Rechte

1.1. Aufenthalt

Der Inhaber der GC darf sich unbeschränkt lange in den Vereinigten Staaten aufhalten.

Er darf eine Arbeit als Angestellter oder Unternehmer aufnehmen und die Bundesstaaten müssen ihm allgemein dieselben Rechte einräumen wie einem amerikanischen Staatsbürger.

1.2. Ausreise

Die GC berechtigt zur Aus- und Wiedereinreise. Die GC ersetzt bei der Einreise ein Visum, der Inhaber darf sich normalerweise in der Schlange für US-Bürger anstellen. Erfolgt die Wiedereinreise erst nach mehr als zwölf Monaten, muß vorher ein Wiedereinreiseantrag gestellt werden (Antrag auf reentry permit). Dieses kann zu einer permanenten Abwesenheit von bis zu zwei Jahren berechtigen.

Ereignisse während der Abwesenheit wie Verurteilung, Infektion mit einer ansteckenden Krankheit etc. können die Wiedereinreise jedoch erschweren oder ausschließen.

1.3. Staatsbürgerschaft

Nach 5 Jahren, wenn davon mindestens 50% in USA verbracht wurden, kann Antrag auf Staatsbürgerschaft gestellt werden. Wird die GC aufgrund von Eheschließung erteilt, bereits nach 3 Jahren.

Das Verfahren dauert je nach Wohnort 3 bis 12 Monate und beinhaltet eine Prüfung über amerikanische Kultur und Geschichte sowie Sprache. Auch der ursprüngliche Grund des Erhalts der GC kann überprüft werden.

Vorteile ergeben sich bezüglich aktiven und passiven Wahlrechts, Auslieferung, spezieller Tätigkeiten, Grundstücks und Einkommensteuern.

1.4. Sozialversicherung

Man kann in den Genuß diverser sozialer Leistungen kommen.

1.5. Erziehung

Es ist erlaubt, die Kinder auf öffentliche Schulen und Universitäten zu schicken. Dies kann erhebliche Kostenvorteile bedeuten. Auch werden so manche Studiengänge (zum Beispiel Medizin) überhaupt erst uneingeschränkt möglich.

1.6. Weitere Vergünstigungen

Es können Anträge auf spezielle Visa beziehungsweise GC für Verwandte (Geschwister, Eltern, Vettern) gestellt werden.

Bestimmte limitierte Genehmigungen (Gewerbeerlaubnisse, Lizenzen) können leichter beziehungsweise überhaupt erst erhalten werden.

Es ist allgemein leichter, sich gegen Auslieferung zur Wehr zu setzen. Bereits nach 7 Jahren kann man einem Staatsbürger gleichgestellt werden.

Es wird möglich, Immobilien in höherem Umfange mit Hypotheken zu belasten.

2. Pflichten

2.1. Steuer

Der GC Inhaber wird mit seinem gesamten Welteinkommen in den USA steuerpflichtig. Es greifen allerdings die mit diversen Staaten (u. a. BRD, Schweiz) bestehenden Doppelbesteuerungsabkommen, wonach die dort gezahlten Steuern (eventuell nur teilweise) anrechenbar sind. Es gibt aber in den USA Steuern, welche es in anderen Ländern nicht gibt. Dennoch dürfte im Normalfall die Steuerbelastung insgesamt geringer sein.

2.2. Militärpflicht

Es besteht die Pflicht sich (in gewissem Alter) erfassen zu lassen, was aber nicht notwendigerweise die Pflicht zum Militärdienst beinhaltet.

2.3. Adreßänderung

Alle Adreßänderungen müssen der INS innerhalb von 10 Tagen mitgeteilt werden.

2.4. Bedingter Aufenthalt

Erhält der Antragsteller die GC aufgrund von Eheschließung oder Investition, wird die GC nur unter Vorbehalt ausgestellt. Dieser Vorbehalt wird auf Antrag nach zwei Jahren aufgehoben, wenn die damals zugrunde gelegten Voraussetzungen erfüllt wurden. Dies wird in einem Interview bei der INS überprüft und zur Glaubhaftmachung der Tatsachen sollten frühzeitig Unterlagen gesammelt werden und zwar:


2.4.1. Eheschließung

Gültige vollzogene Eheschließung, gemeinsame Wohnung, gemeinsames Bankkonto, gemeinsame, gegenseitige Versicherungen

2.4.2. Investition

Art, Dauer, Höhe der Investition, geschaffene Arbeitsplätze

2.5. Erneuerung

Die GC hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Danach muß ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden. Dies ist jedoch nur ein Verwaltungsvorgang, wenn die rechtlichen Voraussetzungen der ursprünglichen Erteilung bestehen bleiben, besteht ein Anspruch auf Erteilung der Verlängerung.

3. Verlust der Green Card

Trotz der Daueraufenthaltsgenehmigung bleibt der GC-Inhaber Ausländer. Deshalb kann die Berechtigung auch verfallen beziehungsweise entzogen werden.

3.1. Ausreise / Aufgabe der Wohnung in den USA oder des Status

Hier erfolgt eine Abwägung: der Inhaber sollte in der Lage sein, nachzuweisen, daß er tatsächlich in den USA leben will. Er kann dies zum Beispiel dokumentieren durch Clubmitgliedschaften, US-Führerschein, US-Steuererklärung. Dagegen sprechen würde beispielsweise häufige Aus- und Einreise und intensiver Gebrauch ausländischer Dokumente.

3.2. Verurteilung

Normalerweise muß es sich um erhebliche Straftaten handeln, bei Rauschgiftdelikten reichen jedoch schon kleinere Vergehen. Auch Steuerdelikte können ausreichen.

3.3. Scheidung / Kündigung

Erfolgt die Scheidung oder die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses auf denen die Erteilung der GC beruhten vor oder kurz nach der Aufhebung des Vorbehaltes, kann eine genauere Überprüfung erfolgen.

3.4. Nachträgliche Gründe

Wenn eine spätere Überprüfung ergibt, daß die Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Erteilung der GC nicht vorlagen.

Stand: Juli 1998

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last modified: 06/01/18